Donnerstag, 10. Dezember 2015

kein schöner Anblick, diese winterfesten Frühbeete


Jetzt habe ich etwas gemacht, was ich eigentlich nicht mache. Eigentlich nämlich isoliere ich die Frühbeete erst, wenn es richtig gefroren hat, also z.B. eine Nacht -5 Grad, ...nein, nicht -20 Grad! Oder ich isoliere, wenn Schnee angesagt ist, weil danach evtl. Kälte kommt und ich schneebedeckte Frühbeete nicht isolieren kann, oder nur schwerlich. Das späte Isolieren hat den Vorteil, dass die Tiere die Kälte spüren und tiefer in die Erde gehen. Jedenfalls glaube ich das.
Letztes Jahr war es überhaupt nicht kalt und ich habe nur eine mäßig dicke Strohschicht in die Frühbeete gegeben und keine Planen über die Frühbeete gespannt. Das Ergebnis war eine -für mein Gefühl- zu nasse Erde, in der die Tiere lagen. Es gab allerdings keine Komplikationen.
Trotzdem möchte ich diese nasse Erde vermeiden und habe deshalb vorgestern die Frühbeete mit Stroh gefüllt, die Strohmatten, die eine Weile zum Trocknen im Schuppen standen, auf die Dächer gelegt und die Plastikplanen über den Frühbeeten ausgebreitet und mit Steinen und Latten befestigt. Jetzt kann der Regen oder das Schmelzwasser in einigem Abstand von den Frühbeeten versickern und ich bin beruhigt.  

Und so sieht das jetzt aus, wahrlich kein schöner Anblick!

Frühbeet im Männchen-Gehege

Hermanns Quartier

Drei Frühbeete nebeneinander, bei denen ich von hinten den Schlafbereich öffnen kann.

die gleichen Frühbeete von der anderen Seite aus

das einzeln stehende Frühbeet neben dem Eiablagehügel

die 3 Frühbeete von der Gehegeseite aus

Und dann bin ich mit der Kamera noch durch die 
Gehege gegangen und habe fotografiert, 
was jetzt im Dezember so wächst. 
Hätte ich jetzt winterwache Schildkröten, 
könnte ich eine recht große Vielfalt an 
Futterpflanzen anbieten.




















































  
So, habt Ihr genug Grünfutter gesehen?
Ich weiß, es ist schlimm, wenn ich einmal den 
Fotoapparat in der Hand habe.................

Montag, 7. Dezember 2015

Schildkröten oder Tiere allgemein zu Weihnachten schenken?

N E I N !!!!


Unter einem Weihnachtsbaum, 
da liegt ein kleiner Hundetraum. 

Ein Welpe, so ein süßer Schatz,
Geschenk für den Familienfratz.

Doch diese hält vom Hund nicht viel,
mag viel mehr ihr Videospiel.
Der Hund, der will ein wenig Liebe,
bekommt jedoch ´nen Tritt und Hiebe…
Und weil er auch nicht immer hört,
ist das Familienglück gestört.

Das Tisch- und Stuhlbein angenagt,
wird er in den Hof gejagt.
Dort lebt er Tage, Wochen, Jahre,
niemand kämmt mal seine Haare.
Bewachte er den Hof und bellte,
gab es für den Lärm noch Schelte.

Die Zeit geht um, und er wird alt,
die Nächte, die sind immer kalt.
Ganz einsam, ohne etwas Schutz,
liegt er dort in seinem Schmutz.

Er hofft noch immer auf ein Wunder,
denn seine Jahre werden runder.
Doch Liebe, die bekommt er nicht.
Bei Kälte quält ihn gar die Gicht.
Und seine Leute kümmert`s nicht.

Er würde ALLES für sie machen,
während sie an Weihnacht` lachen.
Er würde ihnen sein Leben schenken,
damit sie nur einmal an ihn denken.
Er ist so einsam und so schwach,
er hofft so sehr auf die heil`ge Nacht
und dass ein Engel ihn bewacht.

Denn wenn er geht, so ganz allein,
hofft er, dass jemand um ihn weint….

Dieses Jahr, unter der Tanne, 
liegt für die Tochter dort ein Nerz,
und draußen, einsam in der Kälte 
stirbt ganz allein ein Hundeherz…
Nach Jahren unterm Weihnachtsbaum,
erlischt ein kleiner Hundetraum!


zum Nachdenken, ob man Tiere zu Weihnachten verschenkt!

Freitag, 4. Dezember 2015

Die schildkrötenlose Zeit

Rückblick auf meine Anfänge des Brütens


Wenn ich keine Schildkröten zu versorgen habe, 
habe ich viel Zeit. 
Zum Glück gibt es noch die Schildkrötenfreunde, 
mit denen ich per Email oder persönlich auch im Winter 
über Schildkröten sprechen kann. 
Heute ging es um Tote im Ei.

Seit 1995 (bis 2010) habe ich in manchen Jahren Eier ausgebrütet.
 In den Anfangsjahren habe ich mich 
mit anderen Schildkrötenhaltern zusammengetan, 
also es brütete immer nur einer von uns. 
1997 stand der Brutapparat bei mir. 
Nachdem 1995 aus allen 6 Eiern, die bei mir 
inkubiert wurden, 6 gesunde Tiere geschlüpft waren, 
war das Ergebnis 1997 traurig. Die Eier wurden schwarz, 
faulten, bekamen Risse, liefen aus, schimmelten.  
Es war wie verhext.
Ich musste sie entsorgen, habe sie vorher geöffnet, 
aber das Elend nicht fotografiert.
Die übrig gebliebenen Eier haben 
eine Bekannte und ich dann irgendwann 
vorsichtig geöffnet. Bei dreien entschied ich mich, 
Fotos zu machen, die ich heute hier zeige. 
Ein trauriger Anblick.


Ich muss die Aufnahmen nicht einzeln darstellen, 
damit sie größer sind, nicht wahr?

1999 war dann wieder ein gutes Brutjahr und 
ich habe ein Ei aus dem Brutapparat genommen 
und den endgültigen Schlupf fotografiert. 
Damals hab ich offen gebrütet. 
Später habe ich das nicht mehr gemacht, 
habe in normaler Erde bedeckt gebrütet,
und ich habe auch nie mehr das schlüpfende 
Tier einem solchen Stress ausgesetzt. 

Also bitte: nicht nachmachen!




Nächstes Foto:
Und so sah es aus, wenn das Köpfchen zu sehen war. 
Bis zum Schlupf kann es dann noch 2 Tage dauern. 
Wenn das alles IN der Erde stattfindet, 
sieht man natürlich nichts, und irgendwann ist das 
fertig entfaltete Tierchen da, nachdem es meist einige 
Tage noch eingegraben geblieben ist.
Es ist immer wieder ein Wunder!

Dienstag, 10. November 2015

Gehege sind jetzt aufgeräumt, der Winter kann kommen

Heute bin ich mit dem Fotoapparat rund gegangen,
um Euch zu zeigen, wie es jetzt aussieht, 
nachdem ich gemäht habe, langes Gras kurz gerissen habe 
und die großen Kräuter stehen gelassen habe, 
Sträucher beschnitten, Verblühtes entfernt,
Gras dort, wo ich es nicht haben will, ausgerissen habe 
und bestimmt 100 Nachtkerzenwinzlinge und einige 
Riesenrosetten  entfernt habe. 
Wenn Ihr Lust habt, geht einfach mal mit mir durch 
die Gehegelandschaft. 

Im Männchengehege ist es richtig kahl geworden, 
denn die Lilien und den großen Asternbusch 
hab ich abgeschnitten, der große Heuhaufen ist weg, 
die kleinen Sträucher sind beschnitten. 
Stattdessen überwintern hier die Wildschweine 
und der Storch.

Das Gras unter dem Heuhaufen scheint verschwunden, 
so werde ich hier nach und nach Wildkräuter anpflanzen,
damit das Futterangebot mit dem Wachstum 
der kleinen Männchen steigt. 
Eine Nachtkerze wird nächstes Jahr hier blühen, 
wie man sieht.

Neu in die Mitte gepflanzt habe ich Margeritten.
Und, nein, das Gras ist kein Rasen. 
Es wachsen sehr viele Wild-/Futterkräuter erfreulicherweise,
die ich natürlich jetzt alle mit gemäht habe.
Aber die wachsen wieder!


Im Vordergrund Hermanns Haus, 
in dem er sich eingebuddelt hat. 
Langschmal ist sein Gehege, 
in dem er nur dann eingesperrt ist, 
wenn wir nicht zu Hause sind.

Meine beiden "Haupt-"Frühbeete: 
Die Eingänge sind von innen verschlossen. 
Außen rundherum habe ich den letzten Rasenschnitt gelegt,
ein wenig Isolierung für später. 
Ja, später, denn zurzeit haben wir ja einen 
außergewöhnlich warmen November. 
Die Schildkröten sind allerdings ungeachtet der 
Temperaturen schon lange verschwunden, 
manche schon seit Anfang Oktober. 
Doppelte Strohmatten verhindern, 
dass sich die Frühbeete aufheizen.

Hier schaut Ihr mit mir von den 
Frühbeeten (links) aus bis an die Hecke. 
Das letzte Stück ist das Hermann-Gehege.
Die Yuka hat sich sehr stark vergrößert, 
ich werde einen Trieb absägen und 
vermutlich im Männchen-Gehege einsetzen.

Der Eiablagehügel war wieder voller kleiner Futterpflanzen, 
denn die Wildkräuter haben viele Samen 
in ihrer Umgebung verstreut.

Eine der wilden Ecken, die jetzt aufgeräumt ist. 
So kann das, was ich wachsen lassen möchte, 
sich im Frühjahr ausdehnen.

Dieser recht steinige schräge Streifen war bis zum
 vergangenen Frühjahr Blumenbeet, 
gehört jetzt zum Schildkrötengehege. 
Alle verfügbaren Natursteine habe ich aufgetürmt 
und mit Erde verfüllt und bepflanzt mit Wildkräutern, 
die zwar zeitweise ziemlich abgefressen waren, 
sich aber jetzt gut erholt haben und für kleine 
Pflänzchen gesorgt haben..

Die Sommer-Zweitresidenz von Hermann ist leer geräumt.

Hier seht Ihr nochmal den Steinhügel gleich hinter 
dem Eiablagehügel und dem Frühbeet. 
In jedem Frühbeet überwintert übrigens jemand. 
Ich hatte im September aus dem großen Gehege 3 gemacht
 und die Tiere so verteilt, 
dass sie in jedem Frühbeet ausreichend Platz 
zum vergraben haben.

Sehr erfreut bin ich über dieses üppige Wachstum!

Im ehemaligen Nachzuchtgehege wachsen ebenfalls viele
Futterkräuter und eine Nachtkerzenrosette, unübersehbar.
 Rechts in der Ecke habe ich aus Laub und Rindenstücken
eine Überwinterungsmöglichkeit für freilebende Tiere
eingerichtet, die sicher gerne in den Frühbeeten 
überwintern würden, was aber ja nicht geht.

Was ich immer wieder praktisch finde, ist, 
dass ich vom Weg aus in den hinteren Schlafbereich 
der Frühbeete schauen kann. 
Und das machen wir jetzt bei diesen beiden Frühbeeten.
 
Hier sieht es etwas aufgewühlt aus. 
Links kann man ein Stück schwarzen Panzer vom 
maurischen Richard erkennen, 
der als letzter verschwunden ist und 
vorher mehrere Male nochmal heraus gekommen ist. 
Er wird tiefer gehen, wenn es kalt wird.

Und hier sind 3 große Weibchen in die Erde gegangen. 
Davon sieht man nichts. 
Das Stroh liegt ganz ordentlich. 
Und -nein!- 
das ist natürlich nicht alles an Stroh für den Winter! 
Sobald es richtig kalt ist und die Tiere sich deswegen 
noch tiefer in die Erde vergraben haben, 
fülle ich das komplette Frühbeet, 
also Schlafteil und den vorderen Sonnenteil, mit Stroh auf. 
Auch lege ich Stroh um die Frühbeete herum, 
damit der Frost von dort aus nicht in die Erde geht, 
nicht so schnell jedenfalls. 
Und über die Frühbeete spanne ich eine große Plastikplane.
 Ach, Ihr kennt das ja schon! 
Die Plane soll verhindern, 
dass das Regen- oder Schneeschmelze-Wasser zu nah 
an den Frühbeeten in die Erde läuft 
und es dadurch in den Frühbeeten zu nass wird. 
Im letzten Winter hätte ich keine Isolierung gebraucht, 
es war nur mal knapp unter 0 Grad.
 
Schaun wir noch kurz in den Schildkrötenkräutergarten. 
Hier habe ich gestern bestimmt 100 klitzekleine und 
mittlere und 3 große Rosetten der Nachtkerzen entfernt. 
Ich könnte einen Laden aufmachen. 
Mir reicht es, wenn ich 5 oder 6 Pflanzen groß werden lasse,
 das gibt genügend Blütenfutter.
  So, der Winter kann kommen!

 

Freitag, 23. Oktober 2015

Richard

Ich bin gerade auf ein Video, ein ganz kurzes, 
von Richard (seit 1960 in Deutschland) gestoßen, 
das ich, glaube ich, hier noch nicht veröffentlich habe. 

Ich habe Richard Anfang der 90iger Jahre
von einer älteren Dame übernommen. 
Nun werde ich auch immer älter und frage mich, 
wer wohl Richard versorgen/übernehmen wird, 
wenn ich mich nicht mehr um meine Schildkröten kümmern kann. 
Wem also Richard gefällt........... 

Und weil dieser Post so kurz ist,
hier noch was ganz Anderes,
im Prinzip auch Tierisches:
Sekundenschafe 

Samstag, 10. Oktober 2015

weitere Vorbereitungen für den Winter - oder.....

- oder ..... oder "Die Schildkröten zeigen mal wieder, 

dass sie Wildtiere sind." - oder....

"Wie mich meine Schildkröten mal wieder verwundern."

Das Männchen-Gehege habe ich heute nochmal verkleinert,
 hier im Vordergrund, denn 2 der Fünfjährigen suchten sich
 ihre Schlafplätze immer rechts im hohen Gras. 
Da die Nächte demnächst kühler werden und ich zudem 
auch fürchte, dass die Kleinen trotz der festen Erde sich 
dort eingraben könnten, ist der Bereich jetzt ausgesperrt. 
Das Gestrüpp um das Frühbeet herum habe ich auch entfernt.
 Sieht jetzt nackt aus, bietet aber hoffentlich keinen
 interessanten Schlafplatz mehr. 
Julchen ist das einzige bei den Männchen, 
das sich noch aktiv zeigte in den letzten Tagen 
und ist auch heute zu sehen, hat sogar etwas gefressen, 
als ich mit dem Fotoapparat unterwegs war. 
Deshalb habe ich noch Wildkräuter aus dem unbenutzten
 Gehege geerntet und vor das Frühbeet gelegt.

Das Haus ist Hermanns Überwinterungsplatz, 
aber derzeit noch von Richard bewohnt. 
Richard, der sich in der Männchen-Gruppe ja den Kleinen 
gegenüber so rüpelhaft benommen hat, 
dass ich ihn seit Wochen in dem Hermann-Gehege halte, 
damit die Kleinen vor der Starre keinen Stress haben. 
Hermann hat das andere Häuschen, sehen wir gleich noch, 
und er kann in den ganzen Garten, 
bleibt aber seit bestimmt 2 Wochen im Bereich 
seines Zweit-Häuschens, das er sehr liebt. 
Von daher ist es o.k., dass Richard sein Haus bewohnt. 
Richard kommt auch hin uns wieder noch heraus, 
wenn die Sonne scheint. 
Er geht immer recht spät in die Erde. 
Ich habe vor, ihn wieder in die Männchen-Gruppe zu setzen, 
wenn die Griechen-Männchen alle eingegraben sind. 
Dann kann er sie nicht mehr stressen.

In den anderen Bereichen herrscht seit langem Ruhe, 
keiner zeigt sich, keiner frisst. 
Ich hatte 3 Gehege durch Teilung hergestellt, 
Ihr erinnert Euch, entsprechend der 3 Frühbeete. 
Und ich hatte die Bereiche mit Sträuchern und Kräutern
 durch Halbpalisaden abgetrennt, 
damit sich dort niemand eingräbt. 
Heute habe ich aus den 3 Gehegen wieder eins gemacht 
und die unwegsamen Gebiete links und rechts wieder
 freigegeben und dort, wo ich gehe, nochmal kurz gemäht,
 damit ich keine nassen Füße/Schuhe kriege. 
Soweit - so gut. Das war heute Vormittag. Keine Sonne. 
Im letzten Frühbeet sind seit Tagen alle 5 Schildkröten
 vergraben. Hier liegt jetzt die Stohmatte drauf, 
das Frühbeet muss sich nicht mehr erwärmen.
Und ich habe den Eingang mit einem Brett verschlossen.

Rechts in der Ecke eines der beiden anderen Frühbeete. 
Hier zeigen sich ab und zu noch Tiere, verlassen aber 
das Frühbeet schon lange nicht mehr. 
Diese Frühbeeteingänge habe ich jetzt auch verschlossen. 
Ich decke noch keine Strohmatte drüber, 
damit sich der vordere Teil noch erwärmen kann, 
was einige Schildkröten noch immer nutzen.
Hermann in seinem heißgeliebten Zweithaus. 
Ach - Ihr seht ihn nicht? 
Ich geh mal näher ran:   
Da isser doch!


Ich finde es von großem Vorteil, 
dass ich vom Weg aus in den Schlafteil 
der Frühbeete gucken kann.

Hier seht Ihr einen Teil des Männchen-Geheges, 
der jetzt nicht zur Verfügung steht.

Und hier der kleine Bereich für die, 
die doch noch einmal frische Luft schnappen wollen.

Julchen hat gerade gefressen, bei bedecktem Himmel 
und 15 Grad, ein Stück Grünzeug klebt noch an der Nase.

Und nun kommt der Überraschungsteil vom Nachmittag:
Außer Julchen hab ich seit ca. 2 Wochen keine Schildkröte mehr
 fressen gesehen, auch nicht bei Temperaturen von über 20 Grad.
 In den Frühbeeten hab ich nicht gefüttert, 
die Tiere mussten schon raus kommen, 
wenn sie Hunger verspürten. 

Nun hatte ich heute 3 Romanasalate noch im Kühlschrank, 
die unbedingt gegessen werden mussten, 
eigentlich von Menschen.
Ich legte Julchen eine Hälfte vor den Frühbeeteingang - 
und Julchen hat diese doch recht große Menge im Nu verputzt.
Hm, die anderen Frühbeete waren ja bereits verschlossen, 
die nicht mehr fressenden Schildkröten lagen entweder im
 dunklen Schlafteil oder kamen in den vorderen Bereich, 
denn am Nachmittag setzte sich die Sonne durch, 
bis sich am Abend dann strahlend blauer Himmel präsentierte. 
Ich legte die restlichen Romanasalathälften in die sonnigen
 Frühbeetteile und staunte nicht schlecht, als meine doch seit
 Wochen nicht mehr hungrigen Schildkrötendamen 
gleich anfingen zu fressen. 
Schnell nahm ich eine Salathälfte wieder weg 
und legte sie Hermann vor das Frühbeet. 
Und siehe da, auch der alte Herr kam heraus und fraß. 
Das nenne ich mal Wildtiere! 
Gehen keinen Meter aus dem Frühbeet um zu futtern, 
es wächst sehr reichlich überall. 
Aber wenn ihnen was vor die Nase gelegt wird, 
dann schlagen sie zu. 
Mein Schildkrötenherz schlug schließlich so hoch, 
dass ich noch Salat aus dem Garten und Wildkräuter 
in die Frühbeete legte und dem Hermann noch Malve 
und Hibiskus serviert habe. 
Die Tiere haben mich so verblüfft, 
dass ich sie einfach heute verwöhnen musste. 
Schließlich sind schon einige weg, 
ohne sich zu verabschieden 
und die noch Wachen sehe ich auch bald lange nicht mehr.

Da versteht Ihr doch, dass ich sie noch verwöhnen wollte, oder?
Aber es zeigt sich auch wieder, 
dass Schildkröten sich nicht in ein Schema pressen lassen, 
dass sie machen, was SIE für richtig halten. 
Und wenn es denn gerade passt, dass sie dann auch fressen, 
was man ihnen vor die Nase legt, 
auch wenn sie ansonsten nichts mehr fressen. 
Und es macht auch nichts. 
Sie haben noch genügend Zeit, zu verdauen.
-
Vor Jahren habe ich meine Micki 
(die jetzt schon eingegraben ist) beobachtet, 
wie sie ganz viel gefressen hat 
und dann in der Nacht in die Tiefe verschwunden ist 
für den Winter. 
Klappt alles, wenn man die Tiere in Ruhe lässt.